Nummer 2 – der älteste existierende Mercedes SL

Die Wurzeln der SL-Klasse liegen im Rennsport: Anfang der 1950er-Jahre entwickelt Mercedes-Benz den Rennsportwagen 300 SL der Baureihe W 194. Es ist eine einzigartige Symbiose der drei Zutaten Leichtbau, Aerodynamik und Zuverlässigkeit.

Der Ur-SL wird der staunenden Presse am 12. März 1952 auf der Autobahn zwischen Stuttgart und Heilbronn vorgestellt. Die Rennsaison 1952 verläuft für Mercedes-Benz außerordentlich erfolgreich. Die Ergebnisse der Einsätze des 300 SL im Jahr 1952 lauten: Plätze zwei und vier bei der Mille Miglia, Dreifachsieg beim Preis von Bern für Sportwagen, Doppelsieg bei den 24 Stunden von Le Mans, Vierfachsieg beim Großen Jubiläumspreis vom Nürburgring und ein Doppelsieg bei der 3. Carrera Panamericana in Mexiko.

Anfang der 50er Jahre, in einem vom 2. Weltkrieg geprägten Land, das noch immer in Trümmern liegt, ein starkes Signal des noch kommenden „Wirtschaftswunders“. Auch die Gebäude der Daimler-Benz-AG liegen teilweise noch in Trümmern.

Der erste 300 SL, das Premierenfahrzeug von 1952, existiert nicht mehr. Aber der zweite gebaute Wagen mit der Fahrgestell-Nummer 194 010 00002/52 ist noch vorhanden. Dieser älteste existierende SL wurde nun für den 60. Geburtstag des SL vom Classic Center restauriert. Dabei war die Vorgabe, so viel originale Substanz und Patina wie möglich zu erhalten. Und so sind 90% aller Teile original, der Lack wurde vom damaligen Hersteller nach alten Dokumenten nachgefertigt.

Dabei kam den Restauratoren der Umstand zugute, dass Nummer 2 nie an den legendären Rennen teilnahm und keine Unfälle hatte. Nummer 2 diente vielmehr als Trainingsfahrzeug und wurde nie im zermürbenden Rennbetrieb gefahren.

Nummer 1 und Nummer 2 werden seinerzeit in der Rennwerkstatt in Stuttgart-Untertürkheim unter der Leitung von Rudolf Uhlenhaut in Handarbeit aufgebaut. Die nächsten acht Fahrzeuge, die dann auch hauptsächlich im Renngeschehen der Saison 1952 eingesetzt werden, entstehen zwar rationeller im Werk Sindelfingen, beispielsweise unter Verwendung von Pressteilen am Fahrgestell – wobei aber auch hier keine Großserienmethoden zum Einsatz kommen.

Bei der Konstruktion stand Leichtbau an erster Stelle. Die Karosserie ist aus einer Magnesium-Aluminium Legierung gefertigt, andere Teile wie z.B. das Lenkgehäuse gar ganz aus Magnesium. Jedes Gramm zählte – und so wurden Löcher gebohrt, wo möglich, um Bauteile so leicht wie möglich zu gestallten.

Teure Werkstoffe – doch die Kalkulation geht auf. Der Rennerfolg führt zum Aufschwung.

Weitere Texte: ZEIT.de, Mercedes

© Daimler

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