5 Gang Getriebe in W123 verpflanzen…

Sodele. Nachdem ein 165tkm altes 5 Gang Schaltgetriebe aus einem C180 (W202) aus der elektrischen Bucht geangelt wurde, steht der Plan fest: der EinsZweiDrei bekommt einen fünften Gang. Mit dem C-Klasse Getriebe wird das aber nicht so ganz leicht…

VLnr: W123 M115 & OM61X, 4G | W123 M102/716, 4G | W202 717 5G

Wie man sieht, ist das Getriebe zuerst einmal länger. Es ist anders gelagert. Damit wären die ersten beidne Probleme genannt: Kardanwelle und Getriebebrücke/Lager. Das sind die kleinen Probleme.

Weitere Probleme: die Eingangswelle im W123 hat meistens 10 Zähne (ganz selten 26). Die im W202 hat 26. Ausserdem hat die des W202 eine andere Länge, da der W202 ein Zweimassenschwungrad (ZMS) hat. Im W123 gab es auch 26 Zähne, aber nur mit solidem Schwungrad. Zwei Möglichkeiten: Eingangswelle tauschen, oder Schwungrad bzw. Kupplung tauschen gegen ZMS. Ggfs. passt eine Eingangswelle vom W124 ohne ZMS mit 26 Zahn Kupplung. Dass die 10 Zahn Welle in’s W202 Getriebe passt denke Ich nicht. Wird aber natürlich probiert – weil’s am einfachsten wäre…

Nächstes Problem: Tachoantrieb. Der W202 hat einen elektronischen Tacho. Den Antrieb für eine Tachowelle hat man sich beim W202 natürlich gespart… Das wird Spielkram werden. Elektronsichen Tacho umfummeln und Reed-Geber im Getriebe installieren, oder irgendwie sowas wird wohl sein müssen. Oder es findet sich ein hinterer Deckel mit Antrieb der passt. Aber wer zerlegt schon ein 5 Gang Getriebe und verkauft es in Einzelteilen…

Naja, bleiben noch so Kleinigkeiten wie Auspuffhalter, Kardanflansch usw…

[UPDATE 29.4.2012] Manchmal muss man einfach zugreifen. Ohne weiter zu überlegen. In Frankreich wurde ein GETRAG 5 Gang Getriebe für 300D angeboten. Hab Ich mir für 250€ gleich mitbringen lassen… Zumal noch 5G Schaltgestänge und passende Kardanwelle anbei waren. Damit wird das Ganze extrem viel einfach und günstiger!

Was fehlt, ist die Getriebebrücke. Wir haben gemessen und verglichen und es für egal befunden. Denn; die Brücke vom Automatikwagen sollte genau so gut passen, ggfs. mit minimalen Modifikationen.

Update Getriebevergleich:

Das GETRAG hat auch nur 170.000km gelaufen, nachweislich. Besser geht’s nicht… Ist mindestens das Doppelte wert!

[UPDATE 15.5.2012] 5-Gang Getriebe Nummer 3 ist hier. Diesmal 717.435 aus einem 190 2.6. Und wieder anders – aber immerhin mit Anschluss für eine Tachowelle.

Diesmal mit 160.000km drauf. Eingangswelle mal ohne jegliches Spiel, Schalthebel sehen aus wie neu. Für 67€ inkl. Versand mag man sich kaum beschweren. Das wird wohl seinen Platz am 200er Motor finden. Passende Kupplungsscheibe gab’s für 1€ bei eBay.

7 Gedanken zu „5 Gang Getriebe in W123 verpflanzen…

  1. Sehr gute Seite… Hab einen 300SD US Version mit H-Zulassung, sehr zufrieden mit dem 89KW TurboDiesel! Selbst schraube ich nicht viel, vor allem nicht am Motor. Daher Respekt was die Umbauten angeht.

    Frage… Der 300SD hat 4 Gang Automatik… Gibt es Möglichkeit 5 Gang Automatikgetriebe einzubauen? Der dreht bei 120-130 kmh schon auf ca. 3000 Umdrehungen, soll halt wenger sein (leiser und sparsamer). Oder sollte man das mit Differenzial lösen?

    Gruß Max

    • Hallo Max! Was für ein Differential hat der 126er SD denn? Müsste laut Liste ein 3,07:1 sein. Bei den großen V8 (500er) gab es noch ein 2,24:1, die SD und SDL der 1. Serie ab ’84 hatten ein 2,82:1. Für den 380er gab es noch ein 2,47:1 Differential.

      Eine Fünfgangautomatik welche an den OM617 (Fünfzylinder) passt, wäre mir nicht bekannt. Die haben alle den Anlasser auf der anderen (Fahrer-) Seite. Und sind zusätzlich elektronisch gesteuert, wobei es dafür inzwischen Controller im Zubehör gibt (meine Wahl wäre dann das 5G Autmatikgetriebe aus dem W210, das aus dem W124 hat keinen guten Ruf). Nur wie man das Getriebe dann an den Motor bekommt… Getriebeglocke umschweißen? An den Nachfolger-Motor im SD der 2. Serie, OM603 (105KW, Sechszylinder) würde dieses Getriebe zumindest was die Mechanik angeht „plug & play“ passen.

      Die vordere Hälfte der Kardanwelle müsste man bei beiden Varianten kürzen & wuchten, da das 5G Getriebe signifikant länger ist.

      Ohne viel Aufwand wird da wohl nichts möglich sein… Leider.

      Gruß,
      Jan

      • Danke für Antwort.
        Also der ist von ’81, werde die Gedanken mit Getriebe lieber lassen.
        Bitte um Erklärung… Die Differential Übertragungszahl soll kleiner sein, damit Motorumdrehung kleiner wird?

        Danke Max

        • Hallo Max! Je ‚länger‘ das Differential, desto weniger Motorumdrehungen braucht es für eine Differentialumdrehung. Dazwischen geschaltet ist noch die Getriebe-Übersetzung. Im 4. dreht das Getriebe mit Motordrehzahl, also 1:1. Hast Du jett an der Hinterachse ein 3:1 Differential, kommen 3 Motorumdrehungen auf eine Differentialumdrehung. Bei einem 2,5:1 Diff nur noch entsprechen 2,5 Umdrehungen auf eine Diff-Umdrehung – usw.

          Das Problem ist: der Motor hat nur begrenzt Kraft. Betrachten wir das Getriebe und Differential als Hebel. Wird dem Motor ein kurzer Hebel entgegengesetzt, so kann er diesen einfach überwinden. Je länger der Hebel, desto mehr Kraft braucht der Motor – und umso träger wird der Wagen beschleunigen. Deswegen hat der kleine Diesel ein recht kurzes Differential, während der V8 auch mit einem langen problemlos klar kommt – zumal dieser auch schon sehr früh sehr viel Drehmoment hat und damit noch weniger Probleme, den Hebel zu bewegen. Käme der V8 erst bei 5000U/min zu Kraft, würde auch dieser mit einem langen Differential sehr träge fahren. Das Differential wirkt sich natürlich auf alle Gänge aus, jeder Gang wird entsprechend ‚verlängert‘.

          Es ist nicht einfach, Getriebe Abstufungen und Differential-Übersetzung an die Leistungscharakteristik eines Motors anzupassen. Im Gegenteil, es ist äusserst komplex, wenn es funktionieren soll. Man kann grundsätzlich davon ausgehen, dass die Ingenieure damals dies so wählten, weil es so am besten war, hinsichtlich Komfort, Sicherheit (Spurtvermögen) und Ökonomie. Bzw. der beste Kompromiss.

          Ich würde an deiner Stelle deswegen maximal das verbauen, was damals schon verbaut war, bzw. in dem Fall dann ein 2,82:1 Differential. Du brauchst dann eines aus der 1. Serie, wie gesagt. Die Drehzahlsenkung dürfte damit aber nich sooo signifikant ausfallen. Das wären dann bei echten 120 statt 3200U/min noch 3000U/min.

          Gruß,
          Jan

          • Super detaillierte Antwort, alles verstanden, danke! Werde wohl abwarten bis die 2te SD Serie 30 Jahre wird (H), ist besser…

            Die Gedanken waren da weil meine Getriebe ruckelt. Bei langsamer Fahrt werden die Gänge richtig hart reingehämmert. Bei Voll- oder Halbgas schaltet der SD die Gänge alle Butterweich durch…. Habe im Netz viel über Modulierdruck gelesen. Was das genau ist, wie man das einstellt usw. habe leider keine Ahnung.

            Gruß Max

          • Hallo Max! Das ist vermutlich tatsächlich eine Einstellungssache. Was oft schon Abhilfe schafft, ist einfach mal stumpf alle Gummischläuche und Verbinder im Unterdruck-System zu erneuern. Vor allem auch das, das an’s Getriebe geht. Die Gummis werden porös und Unterdruck entweicht. Der Modulierdruck ist quasi das (Unterdruck) „Steuersignal“ für das Getriebe, über diesen wird das Schaltverhalten maßgeblich beeinflusst. Eine andere Größe ist der Steuerdruckzug. Beide Signale zusammen ergeben dann eine korrekte Schaltung. Harte Gangwechsel bei wenig Gas sprechen für ein Unterdruckproblem.

            Wie gesagt, tauche mal alle Gummi-Teile im Unterdrucksystem – sowas kann Wunder wirken und ist in keinem Fall verkehrt nach 30 Jahren. Und günstig noch dazu, 1m Gummischlauch kostet um 3€ und reicht dicke. Ddie Plastikleitungen können bleiben, ausser wenn sichtbar beschädigt/geknickt. Wenn dein SD schon das „blaue Ufo“ im Motorraum hat, erneuer in dem Zuge auch die Gummi-Anschlüsse (Y-Stücke) an diesem. Das regelt den Modulierdruck nochmal zusätzlich in Abhängigkeit zum Ladedruck. Kann aber sein, dass er das noch nicht hat. Ich meine, da war erst Serie ab ’84 oder ’85.

            Wenn das nicht hilft, am besten jemanden konsultieren, der sich mit den Getrieben auskennt und Modulierdruck & Steuerdruckzug einstellen kann. Eine neue Modulierdruckdose (am Getriebe, wo die Vakuumleitung ran geht) kostet um 30€ bei Mercedes.

            So lange die Gänge nicht rutschen, ist alles in Butter. 🙂 Bzw. höchst wahrscheinlich nur ein Unterdruckleck und/oder eine Sache der Einstellung.

            HTH

            Gruß,
            Jan

  2. Pingback: 230e von 4 auf 5 Gang umbauen, HILFE : Mercedes W114, W115, W123 & weitere Klassiker

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