Steinbock H1,6/100

Ja, schon wieder Wagenheber. Aber ein ganz besonderer. Nicht nur besonders groß.Es handelt sich vermutlich um eine Sonderanfertigung. Und verfügt über einen ganz besonderen Party-Trick. Möglicherweise ist es auch ein Prototyp, dagegen würde allerdings die Produktionsnummer sprechen. In vielen details unterscheidet sich dieser Heber von den normalen Großserien-Modellen. Da wären z.B. die aufwändigere Sicherung der Wellen. In der Großserie sind diese mit Splinten gesichert. Hier mit Madenschrauben. Deutlich aufwändiger bei der Produktion.Die Schmiernippel sind vom Trichter-Typ. Für gewöhnlich wurden hier in der Serie Kegel-Schmiernippel eingesetzt. Die Lenkrollen- und deren Halter sind identisch mit denen des Typ HGA. Abgesehen von der Befestigung der Lenkrollen (geschraubt statt Splintsicherung)… Ansonsten lässt sich nicht viel aus der Serie entdecken. Die Welle für die Deichsel ist sogar noch aufwändiger gesichert, mit einem Metallstreifen und zwei Schrauben: Die Deichsel ist auch kürzer als bei den Typen H0,8/80 / H1.25/80 und mittels Bajonett verriegelt. Anders als in der Großserie dient sie nur rein zum pumpen oder rangieren.Der Pumpenkolben läuft im Zylinderkolben. Dieser wiederum ist fest mit dem Chassis verbunden, der Zylinder wird vom Kolben weggedrückt und ist am Hubarm befestigt.  Zum ablassen wird der Pumpenkolben ganz durchgedrückt, dies öffnet den Rücklauf.

Die Kurbel an der Seite – diese ist für den „Party-Trick“. Anders als alle Heber die Ich bisher kenne, hat dieser nämlich eine mechanische Verriegelung! Die Kurbel dient zum heben oder senken der Riegel. Diese können in 2 Positionen einrasten. Der Heber ist so 100%ig gesichert gegen unabsichtliches absenken. Ein sehr großer Gewinn in Sachen Sicherheit. Die Last ist mechanisch gesichert und wird nicht alleine von der Hydraulik gehalten. Die Teile haben Gussnummern, das deutet darauf hin, dass es sich wohl zumindest um eine Kleinserie handelt. Wahrscheinlich aber nur auf Wunsch gefertigt. Möglich auch, dass dies der Vorgänger der Typen H0,8/80 / H1,25/80 war? Die verwendeten Schlagzahlen auf dem Typschild finden sich vornehmlich bei sehr frühen Hebern.

Es ist jedenfalls ein amtlicher Heber, was sich nicht nur in der Baugröße (ca. 200x60cm!) wiederspiegelt, sondern auch in der Hubhöhe von über einem Meter! Die Lastaufnahme ist starr und nicht beweglich. Ob es für das Loch in der Tellermitte noch einen beweglichen Einsatz gab für Rangierarbeiten ist bisher unbekannt. Die Vermutung liegt aber nahe.

Das Einhorn unter den Steinböcken, Ich habe bisher noch keinen weiteren gesehen. Auch ehemalige Steinbock-Mitarbeiter aus dem Bereich Service kennen Ihn nicht. Das erhärtet den Verdacht, dass es sich um einen sehr frühen und nur auf Wunsch gefertigten Heber handelt. Auch wenn vieles noch unklar ist, eines ist ganz klar: der muss bleiben… 😀 Deswegen hab‘ Ich auch extra eine Spitze für die Fettpresse gedreht, um die Trichternippel füllen zu können.  Leider zu kurz um an die Welle zu kommen die Zylinder & Hubarm zusammen hält.

Ein Gedanke zu „Steinbock H1,6/100

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